Es geht endlich los. Mit einem Jahr Verspätung treffen die besten Fußball-Nationalteams Europas aufeinander und küren ihren Meister. Mit dabei sind Weltstars, die alle einmal klein angefangen haben. So wie die Protagonistin in Martina Wildners neuem Roman "Der Himmel über dem Platz". Die heißt Jolanda, steckt mitten in der Pubertät und träumt davon, die beste Fußballerin aller Zeiten zu werden. Und weil ihr klar ist, dass sie dieses Ziel nicht erreichen wird, wenn sie sich nicht immer neue Herausforderungen sucht, denen sie sich stellen kann, verlässt sie ihre Mädchenmannschaft, mit der sie schon vergleichsweise große Erfolge gefeiert hat, und schreibt sich bei den Burschen ein.

Das ist freilich leichter gesagt als getan - und leichter begonnen als durchgezogen. Denn ein Mädchen in der Jungsmannschaft, das geht gar nicht. Groß ist der Widerstand, auf den sie zu Beginn vor allem beim Stürmerstar der Truppe stößt. Da hilft es auch der Zuspruch vom Trainer nichts. Auf dem Platz ist sie zunächst inmitten der Elf so einsam wie in der Einzelkabine, die sie als einzige weibliche Spielerin fürs Umziehen bekommt - oder besser gesagt: Sie muss sich in der Schiedsrichterkabine umziehen.

Es ist also kein leichter Start, den Jolanda bei den Burschen von Blau-Weiß hinlegt. Und, das wird schnell klar, am meisten steht sie sich selbst im Weg. Weil sie immer wieder an sich selbst zweifelt und daran, ob sie das Richtige tut. Aber sie stellt auch bald fest, dass sie nicht allein ist. Da ist ihr Vater, der anfangs fest damit gerechnet hat, dass sie eh rasch vom Fußball zum Ballett wechseln würde und ihr deswegen erst gar keine richtigen Fußballschuhe kaufen wollte, der dann aber hinter ihr steht und auch ihre Spiele analysiert (was sie wiederum auch nervt). Da ist ihre kleine Schwester, die ihr ebenfalls Rückhalt gibt. Und da ist ein gewisser Kubitschek, der in ihrer Straße wohnt, Piranhas züchtet und ihr viele Fußballweisheiten mit auf den Weg gibt. Der ist freilich auch abseits des Platzes schwer genug. Denn erwachsen wird man zwar von selbst, aber es bringt jede Menge neue Herausforderungen mit sich, die sich Leben nennen.

Die preisgekrönte Autorin Martina Wildner fängt in ihrem Roman das Leben einer Teenagerin ein und packt für ihre Leserinnen und Leser auch viele Fußballszenen mit hinein. Ihr Buch hat auch die deutsche Nationalspielerin Felicitas Rauch vom VfL Wolfsburg beeindruckt, die auf der Verlagswebsite zitiert wird: "Das Buch erzählt eine spannende Geschichte und gibt gute Einblicke in das Leben von Fußballerinnen. Es zeigt viele interessante Facetten aus diesem Bereich. Ich glaube, dass sich jedes Mädchen, das Fußball spielt und Ambitionen hat, dort weiterzukommen, hier größtenteils wiederfindet." Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald noch viel mehr Jolandas in der großen weiten Fußballwelt.