Ein Bootsflüchtling. Der hat den Waldbewohnern gerade noch gefehlt. Angespült an ihrem Strand, nicht eingeladen und schon gar nicht erwünscht. Was will dieser Fremde bloß hier? Nein, wir haben keinen Platz!

So erlebt das Wakatiki seine Ankunft in der Fremde, nachdem ein Sturm ihm seine Heimat und seine ganze Habe (bis auf ein Boot) genommen und es an ferne Gestade gespült hat. Und nach mehreren Abfuhren auf der Suche nach Obdach steht es schließlich alleine im Regen - der allerdings immer stärker wird, und irgendwann rettet sich nicht nur das Wakatiki wieder zurück auf sein Boot (das ja schwimmt, egal wie viel Wasser darunter ist), sondern nimmt letztlich auch die Waldbewohner auf, die es vorher abgewiesen sind.

- © Aus: "Das Wakatiki", Vermes-Verlag 2021
© Aus: "Das Wakatiki", Vermes-Verlag 2021

Natürlich, das Leitmotiv des neuen Buches von Jeremias Lindner und Jackie Goldmann ist nicht gerade neu - und trotzdem immer aktuell. Im Grunde kann man es als eine Parabel zum Thema Migration und Integration sehen. Die beiden erklären im Kleinen das große Thema Asyl. Und sie zeigen, dass auch zunächst unerwünscht Neuankömmlinge sich für die Gemeinschaft, die sie aufnimmt, als Segen erweisen können - wenn man ihnen die Chance dazu gibt.