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Michael Krüger ist nicht nur ein wunderbarer Lyriker, sondern war auch eine der letzten großen Verlegergestalten. Über Jahrzehnte hat er den Hanser-Verlag in München zu einer der ersten Adressen für internationale Literatur gemacht. Die Riege der von ihm verlegten Nobelpreisträger ist lang: Elias Canetti, Tomas Tranströmer, Seamus Heaney, Orhan Pamuk, Patrick Modiano, Herta Müller.

Der polnische Lyriker Zbigniew Herbert hat diesen Preis leider nicht bekommen (vielleicht weil seine Bücher bei Suhrkamp erschienen). Warum das vermutlich eine der größten Sünden des Preiskomitees war, zeigt auf berührende Weise das lange Porträt, das Krüger seinem Freund widmet.

Dieses schmale Bändchen (das noch ein Interview und Erinnerungen an den Petrarca-Preis enthält) erweist Krüger als ehrwürdigen homme de lettres, und wenn man es am Ende zuklappt, regt sich vor allem eines: die Hoffnung auf mehr solcher wunderbaren Erinnerungen an Zeiten, als die Literatur noch die Lehrmeisterin des Lebens war.