Kinder haben mitunter in einem gewissen Alter einen imaginären Freund. Mattis hingegen kann mit einem Karton sprechen. Das glaubt ihm natürlich keiner, schon gar keine Erwachsenen. Zumindest zunächst nicht, als Mattis und Kiste in ein Ferienlager fahren. Aber ein Abenteuer später schließen die beiden neue Freundschaften.

Wie es zu diesem Abenteuer kommt? Nun, wie man sich so ein Ferienlager vorstellt, gibt es in der Gruppe verschiedenste Typen von Kindern: aufgeschlossene und introvertierte, nette und ungute, mutige und ängstliche. Und es gibt den Einen, der die anderen disst. Und in diesem Fall Kiste aus Mattis' Zelt entführt und auf den Wipfel eines Baumes hängt. Doch bevor Mattis seine Schachtel bergen kann, wird sie von dort von einem Vogel davon getragen, fällt in ein Loch, landet im Wasser, . . .

Die Details sparen wir uns hier, nur so viel: Es wird eine echte Kistenrettungsaktion daraus, bei der sich zeigt, dass Hilfe manchmal von ungeahnter Seite kommen kann und selbst die gemeinsten Fieslinge auch ihre weiche und unbeholfene Seite haben können. Und spätestens, wenn sie selbst in der Klemme sitzen, auch ganz anders können. Nicht nur in dieser Hinsicht ist Patrick Wirbeleits und Uwe Heidschötters Comicroman "Mattis und Kiste" auch ein bisschen lehrreich. Und mit vielen großen Bildern und recht wenig Text finden sich Erstleser gut alleine darin zurecht - und vielleicht auch ein bisscher in der menschlichen Hauptfigur wieder. Und auch wenn heuer wahrscheinlich pandemiebedingt noch gar keine Ferienlager stattfinden werden: Das nächste kommt bestimmt, und dann ist es gut, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Denn die beiden Autoren und Illustratoren verraten auch beliebte Zeltlagerstreiche . . .