Was tut ein Kabarettist, der ein Jahr lang pandemiebedingt keine Bühnenauftritte hat? Er sucht sich einen anderen Job. Und so landet Klaus Eckel als eine Art Nachtwächter in einem Self Storage. Schreibt er zumindest in seinem neuen Buch "Allerdings", das sich - daher auch der Titel - um Dinge dreht. Und zwar um 30 Alltagsgegenstände, auf die Eckel im Lager trifft, von denen viele kurz vor der Entsorgung stehen. Und weil Eckel Kabarettist ist, wird es natürlich erstens satirisch und zweitens philosophisch.

Er diskutiert mit einem alten Kugelgrill über Scheinheiligkeit, mit einem neongrünen Fahrradhelm über Sicherheit und Style, mit einer Jogginghose über Tussen, mit einem kaputten Kühlschrank über Studenten-WGs, mit einem Türstopper über das Internet, mit einem Doppelbett über die grundsätzliche Art und Weise, wie wir unser Leben führen.

Seine fiktiven Dialoge mit den Alltagsgegenständen lesen sich oberflächlich betrachtet humoristisch, aber recht banal. Aber so wie in seinen Bühnenprogrammen steckt in der Tiefe nicht nur sehr viel Wahres, sondern auch sehr viel Stoff zum Weiterdenken. Wir lernen nicht nur die Sichtweise des Kabarettisten auf die Welt und ihre Dinge kennen, sondern auch die Person selbst. Schon im ersten Kapitel etwa spricht Eckel mit dem Kugelgrill Manfred über seinen Vater - und auch wenn bei einem solchen Buch davon auszugehen ist, dass es grundsätzlich fiktiv ist, so wirkt es doch insgesamt recht authentisch. Kurzweilig ist es allemal.