Eigentlich würde Snöfrid aus dem Wiesental nichts lieber tun, als daheim vor seiner Tür am Bächlein zu sitzen und der wohligen Stille zu lauschen, nachdem er sich den Bauch mit Haferbrei vollgeschlagen hat. Vielleicht zwischendurch mit seinem Freund, dem wunderkleinen Kauz Björn, ein bisschen zu plaudern oder einen seiner Freunde zu besuchen. Aber es wäre nicht Andreas H. Schmachtls Snöfrid, würde der Autor seinen kleinen pelzigen Helden nicht wieder in ein neues Abenteuer stoßen, dass dieser nie und nimmer gesucht und schon gar nicht gewollt hat. Und dass er aber aus Pflichtbewusstsein besteht. Schließlich muss ja irgendjemand das Wiesental retten.

Diesmal gilt es, die lauschige Region unterhalb des legendären Nordlands vor wilden Bergtrollen und räuberischen Giergnomen zu schützen, die im Wiesental einfallen. Niemand hat sie gerufen, und keiner versteht, wie sie es überhaupt hierher geschafft haben. Das herauszufinden obliegt nun Snöfrid, der diesmal mit einem befreundeten Wichtel, aber ohne Björn aufbricht in den Norden, den er eigentlich meiden will, aber was nimmt man nicht alles als Held auf sich?

Statt Haferbrei gibt es also einen nach faulen Eiern stinkenden Blubbersumpf, und statt gemütlich am Bächlein zu sitzen, muss Snöfrid diesmal nicht nur viele, viele Treppenstufen steigen, sondern auch auf einem unglaublich schmalen, sehr langen Grat balancieren - um dann mitten in der Trollherde zu landen und festzustellen: Wilde Bergtrolle sind auch nur Trolle und gehorchen ihrem Wesen. Und wenn dieses darin besteht, einander zu verkloppen, ihren Rotz in der Gegend zu verteilen und Schafe zu klauen, um nicht zu verhungern, dann kann man ihnen daraus eigentlich gar keinen großen Vorwurf machen. Was freilich nicht heißt, dass Snöfrid der Trollinvasion nicht Abhilfe zu schaffen versucht.

Dass ihm das gelingen wird, davon kann ausgegangen werden. Und auch, dass er dies wieder mit vielen "Hm"s machen wird, die dann alles mögliche heißen und eigentlich auch einen Teil des Charakters von Andreas H. Schmachtls Snöfrid-Geschichten ausmachen. Denn die Saga um das kleine Pelztier, das - unter großer Kraftanstrengung - durchsichtig werden oder sich verfielfältigen kann, lebt auch von der Sprache ihres Autors, die einfach und doch verspielt ist und auch großen Lesern Spaß macht. Einzige Anmerkung dazu: Ein paar Mal legt der Autor dem eigentlich sonst recht wortkargen Snöfried kein "Hm" in den Mund, sondern ganz schön viele Sätze - womit er seine Leser ein bisschen um den beliebten Running Gag bringt. Aber zumindest beim Vorlesen kann man sie ja selbst einbauen . . .