Es gibt zu wenige Kinderbücher, in denen Mädchen die Hauptrolle spielen. Dieser Ansicht ist Susanne Stemmer, die deshalb ein Buch geschrieben hat, in dem es nicht nur eine weibliche Heldin gibt, sondern gleich mehrere: "Ilvie Little und die unerschrockenen Seefahrerinnen" beginnt im Elfenland, das eine kleine, tapfere Elfe zu verlassen beschließt. Sie will die große weite Welt draußen kennenlernen, Neues entdecken, Abenteuer erleben.

Mit auf ihre Reise nimmt sie den kleinen Affen Theo, der Erdbeer-Cupcakes nicht wiederstehen kann und so wie Ilvie das Gedankensprechen beherrscht. Diese Fähigkeit zur Telepathie wird den beiden noch sehr nützlich sein. Zunächst aber gibt Ilvie einmal am Elfentor ihre Flügel ab und ist jetzt so wie jedes andere Menschenkind. Und ein solches, ein Mädchen namens Leonie, lernt sie auch bald kennen. Und weil Leonie einer alten Seefahrerfamilie entstammt, liegt es fast schon auf der Hand, dass die beiden mit Theo bald auf den Spuren von Leonies Urgroßmutter Grace in See stechen, und zwar gemeinsam mit einer tollkühnen halbwüchsigen Crew in einem alten Segelboot, das sie wieder flottgemacht haben. (Spätestens hier assoziieren Freunde der einstigen TV-Zeichentrickserie mit dem Namen Ilvie nicht nur das Wort Elfe, sondern auch Wickies tapfere Freundin Ilvi.)

Ob raue See, unbekannte Inseln oder fremde Schiffe – nichts hält Ilvie und ihre Crew auf oder schreckt sie ab. Weil die unerschrockene Elfe eine starke Anführerin ist, die ihre Mannschaft durch jede Fährnis führt. Doch wenn böse Seefahrer ihren Affen entführen wollen, dann ist Schluss mit lustig. Da kennt Ilvie keine Gnade. Und da zeigt auch ihre Crew, wie unerschrocken sie ist.
Susanne Stemmer zeichnet eine tapfere kleine Heldin – wobei zeichnen eigentlich das falsche Wort ist, denn illustriert hat sie ihr Buch mit Fotocollagen, in denen sie mit einfachen Mitteln große Szenen darstellt. Ein echtes Abenteuerbuch für starke Mädchen – und solche, die sich schwach fühlen und ihrer Stärke erst noch entdecken müssen.