Der italienische Schriftsteller Antonio Pennacchi ist am Dienstagabend in seiner Wohnung in Latina südlich von Rom im Alter von 71 Jahren gestorben. Pennacchi erlag einem Herzinfarkt. 2010 wurde er für seinen Roman "Canale Mussolini" mit dem prestigereichen Literaturpreis-Strega ausgezeichnet. 

Der italienische Autor Antonio Pennacchi starb im Alter von 71 Jahren. 
- © Aldo Ardetti/Wikimedia Commons

Der italienische Autor Antonio Pennacchi starb im Alter von 71 Jahren.

- © Aldo Ardetti/Wikimedia Commons

Pennacchis Eltern waren in der faschistischen Ära Italiens in der Pontinischen Ebene südlich von Rom angesiedelt worden. Der Autor arbeitete als Schichtarbeiter und pendelte in seiner Jugend zwischen den italienischen Neofaschisten und den Maoisten. In den 70er Jahren war er in der italienischen Gewerkschaftsbewegung, bei den Sozialisten und Kommunisten aktiv. 2007 trat er dem Partito Democratico bei.

Bruderzwist zwischen Faschichten und Kommunisten

2011 kandidierte Penacchi in seiner Heimatstadt Latina erfolglos für eine rechten Splitterpartei. Die Aussöhnung zwischen Links und Rechts war ihm immer schon ein Anliegen, wie aus "Il fasciocomunista" (2003) hervorgeht, der erfolgreich verfilmten autobiografischen Geschichte vom Bruderzwist zwischen einem Faschisten und einem Kommunisten. Dieser Roman wurde 2007 mit dem Titel "Mio fratello è figlio unico" (Mein Bruder ist ein Einzelkind) verfilmt. 2008 veröffentlichte Pennacchi ein architekturgeschichtliches Buch über "Die Städte des Duce".

Den Durchbruch schaffte Pennacchi mit der unterhaltsamen Familiensaga "Canale Mussolini", die von seiner eigenen Familiengeschichte inspiriert war. Darin erzählt er im Plauderton von der Großfamilie Perruzzi, glühende Sozialisten, die zu Unterstützern des Duce werden, weil sie Grund und Boden bekommen, indem sie am "Canale Mussolini" mitschuften, bis die Alliierten kommen. Der Familienroman ergründet, warum der Faschismus in Italien so lange lebte und gedieh. Ein zweiter Teil von "Canale Mussolini" wurde 2015 veröffentlicht.

"Pennacchi hat ein Italien erzählt, das vergessen worden ist. Er war ein zutiefst kreativer Autor, der uns sehr fehlen wird", sagte der italienische Kulturminister Dario Franceschini. (apa)