Elf Steirerkrimis hat Claudia Rossbacher bisher geschrieben. Bevor sie das Dutzend voll macht, ist sie kurz zurückgekehrt in die Zeit davor und hat einen früheren Thriller aus dem Jahr 2009 überarbeitet. Und so ist jetzt die Neuauflage von "Drehschluss" erschienen, einem Buch, in dem sie sich - sehr intensiv und auch klischeehaft - dem Thema Boulevardjournalismus widmet. Ihre Protagonistin ist die Chefredakteurin eines Society-Magazins, das zwar reißerisch agiert, aber zumindest, wenn es nach Clara Bodenstein geht, dabei doch stets den Fakten treu bleibt.

Eine Heilige unter Heiden also, kommt man nicht umhin, sich zu denken, so wie Rossbacher ihre Hauptfigur beschreibt. Doch viel Zeit, über Moral und Anstand nachzudenken, bleibt der Journalistin nicht. Denn sie wird nach Mallorca eingeladen, um Jackie Benz, die erfolgreichste Schauspielerin Deutschlands, bei Dreharbeiten zu begleiten und ihre Biografie zu schreiben. Und die wird skandalträchtig, das steht fest. Doch plötzlich gibt es zuerst einen nächtlichen Überfall auf die Benz, und kurz darauf verschwindet sie überhaupt. Claras Quasi-Stiefvater, der Kriminalpolizist  Frank Schütte, der bereits zum Verschwinden einer anderen Prominenten ermittelt, wird durch diesen Vorfall auf den Plan gerufen, während Clara selbst mit Jackies Agenten anbandelt, der wiederum Frank nicht geheuer ist. Und dann überschlagen sich die Ereignisse in der Welt der Filmschickeria, und auch Clara selbst gerät in Lebensgefahr . . .

Zwischen der spannenden, wenngleich reichlich überzogenen Story arbeitet sich Autorin Claudia Rossbacher vor allem an drei Themenkreisen ab: dem Umgang von Boulevardmedien mit Prominenten; wie es in der Filmszene zwischen den berühmten Akteuren abseits der Kamera zugeht; und wie erfolgreiche Frauen und ihr Umfeld mit genau diesem Erfolg umgehen. Moralinsauer ist eines der ersten Adjektive, die einem dazu einfallen. Der erhobene Zeigefinger reckt sich einem jedenfalls öfter einmal beim Umblättern entgegen.