Wer heuer eine Reise tut, gehört nicht unbedingt zur Mehrheit, vor allem, wenn es eine Auslandsreise ist. Richtig weit weg reisen kann man dafür literarisch, zum Beispiel mit der neuen Kurzkrimi-Sammlung, die nun im Leinpfad Verlag erschienen ist. Wobei Kurzkrimi nicht ganz das richtige Wort ist, es sind mörderische Kurzgeschichten, die 18 Autorinnen und Autoren für diesen Sammelband beigetragen haben. Und zwar aus 18 Ländern auf fünf Kontinenten.

Zu Beginn morden die Raben des Towers of London; später geht es weiter nach Afrika, wo eine Kaffeezeremonie letal endet; in Griechenland bestraft die Göttin Artemis höchstpersönlich Schildkrötensuppenesser; in Indien wird ein junger Polizist von seiner Freundin bei seinen Mordermittlungen unterstützt oder eher vorwärtsgedrängt . . .

18 verschiedene Länder und 18 verschiedene Arten, eine mörderische Kurzgeschichte zu erzählen - wer sich dabei keine weiß Gott wie ausgefeilten Mordanalyserätselraterei erwartet, sondern einfach unterhaltsame Erzählungen (die mitunter recht vorhersehbar sind), wird hier bestens bedient. Und die 18 Erzählerinnen und Erzähler kommen zwar allesamt aus dem deutschsprachigen Raum, leben aber zum Teil im Ausland, sodass der Lokalkolorit, der manchmal zwischen den Zeilen durchblitzt, durchaus authentisch ist. Und ja, die Assoziation beim Titel mit Jules Verne ist volle Absicht, führt doch tatsächlich eine Reiseroute im Buch einmal rund um die Welt.