Ein Konzept, das in Kinderbüchern beliebt ist und gut funktoniert, ist jenes von Kausalketten. Zum Beispiel diese hier: Dem Waschbären ist fad, also beschließt er, einen Kuchen zu backen. Weil er aber keine Eier hat, geht es zu seinem Freund Fuchs, der Hühner hält. Der Fuchs wiederum muss sein Dach reparieren und braucht dafür eine Leiter. Die hat der Dachs, zu dem nun Fuchs und Waschbär gehen. Und weil der Dachs bei einem Kreuzworträtsel einen "Honigwein mit drei Buchstaben" sucht, beschließen alle drei, den Bären zu fragen, weil sich der ja mit Honig gut auskennt. Doch der Bär ist angeln, sagt ihnen die Krähe, als sie bei seinem Haus ankommen, und schon sind sie zu viert auf dem Weg zum Bach - wo es schließlich nicht lange dauert, bis alle fünf Freunde gemeinsam baden.

Und ja, natürlich bekommt am Ende jeder dann auch noch das, was er ursprünglich brauchte. Wie im Film spult Philip Waechter in seinem Buch die Stationen zurück - mit dem wesentlichen Unterschied, dass bis zum Ende alle fünf Freunde beisammen bleiben und gemeinsam Kuchen essen. Langweilig ist da längst keinem mehr, schon gar nicht dem Waschbären. Denn der hat erkannt: Mit guten Freundem kann einem gar nicht fad werden. Und mit einem solchen Kinderbuch auch nicht, zumal mit so witzigen Bildern, wie sie Philip Waechter gezeichnet hat.

Philip Waechter: Ein Tag mit Freunden
Beltz & Gelberg; 28 Seite; ab 4 Jahren; 14,95 Euro