"Der Zirkus ist ein wunderbares Spiegelbild menschlicher Erfindungsgabe und bleibt eine der wichtigsten Säulen der amerikanischen Populärkultur", sagt Linda Granfield, mehrfach ausgezeichnete Autorin, in der Einleitung zu "The Circus. 1870s–1950s". Doch der Ruhm der Zirkusunternehmen beruhte auch auf Ausbeutung, der Missachtung menschlicher Würde und Grausamkeit gegenüber den Tieren, die im Zirkus auftreten mussten.

In seiner Glanzzeit war der US-Zirkus die größte Unterhaltungsindustrie der Welt. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts unterhielten Wanderzirkusse bis zu 14.000 Zuschauer pro Vorstellung, beschäftigten bis zu 1.600 Menschen und legten in nur einer Saison per Eisenbahn 30.000 Kilometer zurück. Todesmutige Artisten, starke Superhelden, furchtlose Dompteure und furchterregende "Freaks" schlugen die Amerikaner in ihren Bann und stahlen zeitweise sogar Theater, Vaudeville oder Comedy die Show.

Dieses Buch präsentiert das Phänomen Zirkus: Anhand von frühen Fotografien, Originalplakaten, Lithografien, Sideshow-Bannern und Kupferstichen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die die weltweiten Wurzeln des Zirkus illustrieren, eröffnet sich eine Welt voller Gefahr und Geschicklichkeit, Glanz und Elend. Highlights sind die Zirkusfotos von Mathew Brady, Cornell Capa, Walker Evans, Weegee, Lisette Model, Stanley Kubrick und Charles und Ray Eames. Essays und Hintergründe von Linda Granfield, Dominique Jando, Zirkushistoriker, und Fred Dahlinger, Jr., Zirkushistoriker und Autor, runden das gewichtige Werk ab. Spannend!