Maxe hat ein Problem. Und zwar ein durchschnittliches Problem. Denn Direktor Schnittlich ist - wie schon sein Name sagt - durchschnittlich: nicht groß und nicht klein, nicht dick und nicht dünn, nicht alt und nicht jung - nur überdurchschnittlich streng. So streng, dass seine 777 Schulregeln einfach danach schreien, gebrochen zu werden. Vor allem, wenn man so viele Flausen im Kopf hat wie Maxe. Was der so alles anstellt, das liest man schon auf den ersten Seiten von Band 1 in Sabrina J. Kirschners neuer Kinderbuchreihe "Die unlangweiligste Schule der Welt". Und man schlägt als mitlesender Elternteil geistig die Hände über dem Kopf zusammen und ist froh, dass der eigene Nachwuchs nie den Vorgarten dermaßen unter Wasser setzen würde wie Maxe.

Aber dafür sind Kinderbücher ja da: Sie erzählen fantastische Geschichten, die es im echten Leben so nie gibt. Oder zumindest in dieser Ausprägung. Denn auch wenn Direktor Schnittlich, Klassenlehrerin Penne (na, warum heißt die wohl so?), Schulwart Traufe samt Bulldogge und Schulsekretärin Heuchle (nomen est omen) extrem überzeichnet sind, so hat man vielleicht doch den einen oder anderen Aspekt des Schulpersonals auch selbst in der eigenen Kindheit und Jugend erlebt. Gleiches gilt für Maxes Mitschülerinnen und Mitschüler. 

Die Autorin greift jedenfalls von Beginn an in die Vollen, auch wenn Maxe kurz danach einen gewaltige Schuss vor den Bug gesetzt bekommt, und zwar von seiner neuen Mitschülerin Frieda, die das genaue Gegenteil zu sein scheint. Aber wer weiß, stille Wasser sind tief, und auch wenn die beiden einen mehr als miserablen gemeinsamen Start haben und einander gleich einmal hassen, könnte daraus noch eine zumindest interessante Konstellation werden - wenn nicht gar doch eine Freundschaft. Achja, und dann ist da auch noch ein mysteriöser "Insp. RR", der irgendwie auch noch seine Finger im Spiel hat und Maxe bei seinen Eskapaden beobachte und im Geheimen unterstützt. Dass er ihn als Geheimagenten für eine streng geheime Einsatzgruppe zur Langeweilebekämpfung rekrutiert, weiß der Zehnjährige selbst nicht. Macht aber nichts, er kommt auch so auf die wildesten Ideen.

Es macht jedenfalls einen ungeheuren Spaß, Maxe bei seinen Streichen zuzusehen (Illustratorin Monika Parciak untermalt die Story mit mehreren Bildern) und die aberwitzigen Situationen mitzuerleben, in die er sich und seine Klasse immer wieder bringt. So wird aus der langweiligsten Schule der Welt die unlangweiligste. Und es ist ein Glück, dass es solche Kinderbücher gibt - da kann die Realität ruhig ein bisschen ruhiger ablaufen.