Alfred ist in Rom, weil Marianne, Auslandskorrespondentin einiger Tageszeitungen, vor zwei Monaten vor Tropea im Meer verstarb und er testamentarisch ein Kuvert mit einer ihm unbekannten Telefonnummer erhielt. Nun ist er also in Rom, um endgültig Abschied zu nehmen. Und um Rückschau zu halten auf sein Leben, auf ihre Liebe mehr als drei Jahrzehnte zuvor.

Als er Mariannes einstiges Wohnhaus besucht, kommt er ins Gespräch mit dem alten Portier. Und die Erinnerungen schweifen zurück zu den Anfängen ihrer einstigen Liebesbeziehung. Der erste längere Rom-Aufenthalt Alfreds, introvertiert und intellektueller Sonderling, war finanziert worden durch sechs Semester als Austauschassistent eines Professors der Germanistik. Als seine Zeit endete, ging er zurück nach Wien und die gemeinsame Zeit endete. Er wurde Ministerialbeamter und verharrte karrieretechnisch im Nirwana.

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Bei einer späteren, missglückten Begegnung hatte Marianne einen Satz von Arnold Schönberg zitiert: "Der Mittelweg ist der einzige, der nicht nach Rom führt." Alfred wurde zum "Meister im Versäumen entscheidender Momente" - eine von nicht wenigen feinsinnigen Formulierungen des niederösterreichischen Autors Ewald Baringer. Larmoyant ist Alfred, sympathisch, klug und lebensblind, eben "Zaunprinz". Schließlich eskalierte die berufliche Frustration und er kündigte zwei Jahre vor der Pension.

Dann wählt er in Rom die mysteriöse Telefonnummer, spricht mit einer alten Bekannten Mariannes, verabredet sich mit ihr. Doch sie taucht nicht auf. Stattdessen passieren rätselhafte Dinge. Alfred unternimmt Ausflüge. Doch wohin er auch fährt, stets ist Italien heruntergekommen und hässlich.

Und was hat es mit dem Thema "Tierheim-Mafia" auf sich, über das Marianne zwei Jahre lang recherchiert hatte? Wieso ist ihr Laptop abgängig? Und wieso taucht passend immer der wohlmeinende Dottore Bavarese auf? Alfred erlebt Lektionen im Lebensmeistern und eine Fortbildung in Sachen Lebenssinn.