Eine Arzthelferin als Mordermittlerin: Katharina Eigner folgt dem alten Motiv, dass nicht die Polizei den Täter überführt, sondern eine eigentlich nicht dafür qualifizierte Privatperson, und macht daraus auch gleich einen Twist: Die Protagonistin, der ein Leichenfund am Fuße des Untersbergs keine Ruhe lässt, diskutiert nämlich im Krimi mit ihrem Mann genau über diese Art von Mordgeschichten, in denen mitunter der zuständige Polizist der Trottel ist und eine Hausfrau die Heldin, die den Täter stellt - und mitunter dabei selbst in Lebensgefahr gerät.

Nun, bei Eigner wird daraus ein unterhaltsamer Kriminalroman, in dem eben eine Arzthelferin beschließt, den Mord am unbeliebtesten Bewohner ihres Salzburger Heimatortes selbst aufzuklären. Gar nicht so sehr, weil die Polizei unfähig wäre, sondern weil sie einfach extrem neugierig ist. Auch sonst kommt "Salzburger Messerstich" sehr launig daher. Die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht und zieht ihr eigenes Genre gekonnt durch den Kakao. Durch einen sehr heißen, wohlgemerkt.

Katharina Eigner: Salzburger Rippenstich
Gmeiner; 316 Seiten; 14 Euro