Bernard Aichner hat sich inzwischen einen Namen gemacht mit düsteren Thrillern. In seiner neuen Reihe über den Pressefotografen David Bronski geht er diesen Weg rigoros weiter, und zwar dorthin, wo es richtig wehtut: Ein total kaputter Typ schwimmt im medialen Haifischbecken. Denn Bronski, dessen Tochter als Baby verschwunden ist und dessen Frau sich darob umgebracht hat, stößt durch den Hinweis eines alten Freundes unvermutet auf die mumifizierte Leiche einer Milliardärin, die offenbar mit der damaligen Entführung seiner kleinen Tochter zu tun hat. Und plötzlich ist sie wieder da, die - trügerische ? - Zuversicht, dass sie doch noch leben könnte, dass er sie vielleicht nach gut zwei Jahrzehnten doch wieder in die Arme schließen könnte. Und gleichzeitig schwingt die Angst mit vor dem Wiedersehen, das vielleicht doch anders ausfallen könnte als erhofft.

Aber zunächst einmal gilt es, das Kind von damals, das heute eine junge Frau wäre, überhaupt zu finden. Und zu ergründen, was es mit dem Mord an der Milliardärin auf sich hat und wie die beiden Ereignisse zusammenhängen. Im Gespann mit einer Redakteurin und seiner Schwester, einer Privatdetektivin, ermittelt Bronski nun neben der Polizei, die den Fall seinem, Empfinden nach nicht ernst genug nimmt, in die falsche Richtung geht und der er insgesamt nicht so ganz traut. Aichner treibt in "Dunkelkammer" das Katz-und-Maus-Spiel mit einem Psychopathen, der seine Hände im Spiel hat auf die Spitze.

Und es ist erst der Auftakt, denn in "Gegenlicht" geht es knallhart weiter. Da verschlägt es Bronski sogar nach Westafrika, in eine der ärmsten Regionen der Welt, auf der Spur von Diamanten, die in Berlin in der Hosentasche eines Migranten vom Himmel gefallen sind. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes, denn der Mann war offenbar im Fahrwerk eines Flugzeugs versteckt, ist dort mutmaßlich erfroren und landet im Garten eines Lebemannes, der von seinem Erbe lebt - dass allerdings nicht lange, weil der Diamantenfund nicht nur ihn das Leben kostet. Auch Bronski gerät in große Gefahr, nicht nur in Afrika, sondern auch in Berlin. Da hilft auch der Schutz seiner Schwester, die mit einem Clan-Chef auf Du und Du ist, nur bedingt.

Man darf gespannt sein, was Aichner seinen Lesern als nächstes serviert. Denn dass sein Pressefotograf einen Hang dazu hat, sich von einer Gefahr in die nächste zu begeben und den falschen Leuten auf den Schlips zu treten, liegt auf der Hand. Beste Voraussetzungen also für weitere Bronski-Fälle - auch wenn der Protagonist am Ende von Band zwei schon weit weniger kaputt ist als noch zu Beginn von Band eins.