- © Verlag Innsalz
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Schon die im Jahr 2020 erschienenen "Texte" wiesen ein breites Spektrum auf, jetzt ergänzt Rainer Reinisch seine Kurzgeschichten mit Stücken und Gesprächen. Fast könnte man konstatieren, der Autor setze sich bewusst oder intensiv mit religiösen Themen auseinander, wozu bemerkt werden muss, dass er sich als agnostischer Mensch versteht, der "die religiös-traditionellen Gepflogenheiten und Feste als Folklore" anerkennt und mitfeiert, wie es in einem Gespräch heißt, das in die Hauptfrage "Gibt es Gott?" mündet.

Die mächtigsten und wirksamsten Texte in diesem Band sind das Stück "Das Jüngste Gericht des Franz Jägerstätter" und das "Gespräch mit Jesus von Nazareth". Hier deklariert sich Reinisch eigentlich nicht nur als Agnostiker, sondern als klassischer Atheist. Tröstlich ist der abschließende Sonnengesang nach Franz von Assisi. Deshalb sind die freigeistigen Beteuerungen über Agnostizismus und Atheismus fraglich. Womöglich ist der Autor weniger Heide, als er glaubt.