Man kann Stunden damit verbringen, die großflächigen, kunstvollen, farbenprächtigen Werke von Walton Ford zu studieren, und wird stets neue Details entdecken. Ob einem die gefallen, ist eine andere Sache, denn jedes einzelne Bild offenbart ein Maß an Grausamkeit, das nur schwer zu ertragen ist – und trotzdem kann man nicht wegschauen. Das spricht wohl für die künstlerische und technische Qualität des Malers, der in New York lebt und arbeitet.

Auf den ersten Blick ähneln seine Werke den Tierbildern von John James Audubon oder Edward Lear aus dem 19. Jahrhundert, doch als Vorlage dienten meist Stiche aus dem 17. Jahrhundert. Die teils bizarren, selten komischen, meist brutalen Bilder zeigen das Tier in einer ihm entfremdeten Umwelt und sind Anspielungen auf die "Opernhaftigkeit" traditioneller Naturerforschung.

2007 erschien erstmals ein Band mit dem Oeuvre des Künstlers. Die aktualisierte, opulente Ausgabe von "Pancho Tantra" enthält 40 neue Werke, mehr als 100 zusätzliche Seiten und einen neuen Essay des 1960 geborenen Künstlers. Weiters gibt es Texte, die Walton Ford inspirierten, eine Einführung in sein künstlerisches Universums durch den US-Journalisten und Autor Bill Buford sowie eine umfassende Biografie Fords. Ein spannendes Kaleidoskop eines ungewöhnlichen Künstlers.