Alle kleinen Drachen können fliegen und Feuer spucken - nur ein kleines Drachenmädchen nicht. Dafür hat es im Unterschied zu seinen Geschwistern keine Angst vor dem kalten Wasser. Weil sie nämlich in Wahrheit ein Krokodil ist (und wer auf die letzte Seite von Gemma Merinos Buch blättert, sieht auch, wie es dazu gekommen ist). Aber dem Drachenpapa ist das egal: "Du bis gar kein Drache", sagt er zu der Kleinen. "Du bis meine wundervolle Krokodiltochter, und ich liebe dich, so wie du bist."

Das ist die Kernbotschaft von Gemma Merinos "Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte": Akzeptieren wir den anderen so, wie er ist. Und nehmen wir ihn an als das, was er ist. Wie auch immer er ist und was auch immer er ist. Denn er kann dafür vielleicht Dinge, die wir nicht können, und gemeinsam ergänzen wir einander womöglich perfekt.

Das Ganze erzählt die Spanierin in klaren bunten, liebevoll gestalteten Bildernund kurzen Sätzen, die Vierjährige zwar noch nicht selbst lesen können, aber gut verstehen. Und allein die Gesichter der Drachen sind den Griff zum Buch wert.