Wer sich bisher gefragt hat, woher das Wienerlied-Duo Die Strottern seinen Namen hat: Das waren jene, die in Wien im Kanal gehaust und nach diversen brauchbaren Dingen – von Fett bis Knochen – gefischt haben. Mehr über sie erfährt man in Bastian Zachs neuem Altwien-Krimi um den Geisterfotografen Hieronymus Holstein, der – entgegen seinem Metier – eigentlich recht irdisch unterwegs ist. Er sucht den abgetauchten Gatten seiner Quartiergeberin, während er einer Mordserie unter Irrenärzten auf der Spur ist.

Der Autor fängt einmal mehr das Leben in und unter der Metropole vor 150 Jahren ein. Und diesmal wird es auch sehr persönlich für seinen tapferen Helden, denn es geht auch um eine verlorene Liebe - und einen verlorenen Finger. Mit von der Partie ist auch diesmal Hieronymus' treuer Freund, der bucklige Franz, der seine Behinderung gekonnt einsetzt, wenn es seinen Zwecken dienlich ist. Das hat auch Unterhaltungswert. Und ein kleiner Beitrag zur Volksbildung ist es auch. Das nächste Buch dazu ist auch schon in Arbeit . . .

Bastian Zach hat es das Wien des 19. Jahrhunderts angetan. 
- © Christine Hanschitz

Bastian Zach hat es das Wien des 19. Jahrhunderts angetan.

- © Christine Hanschitz

Bastian Zach: Donaumelodien – Totentaufe
Gmeiner; 315 Seiten; 13,50 Euro