Leichen pflastern den Weg der Society-Reporterin Lilly, und zwar schon, bevor sie in Wien einem Promi-Schönheitschirurgen über den Weg läuft. Oder besser gesagt: dem sie in die Hände läuft, als ihre Vergangenheit sie einholt und sie Licht in die Sache zu bringen versucht. Und ehe sie es sich versieht, gibt es schon die nächste schöne Leiche.
Der Dreh- und Angelpunkt in Dagmar Hagers neuem Krimi "Schöner sterben in Wien", dessen Protagonistin selbst alles andere als eine weiße Weste hat, ist eine sehr diskrete und zugleich dubiose Schönheitsklinik. Die Autorin, die selbst reichlich Medienerfahrung hat, zieht alle Register in ihrem Roman über eine Journalistin, die Promiszene - und auch das sehr ernste Thema Anderssein und Akzeptanz. Denn auch das kommt reichlich vor in dieser recht verworrenen Geschichte, die Lilly freilich nach und nach aufdröselt.
Zu Hilfe komt ihr dabei die Nichte ihres Lieblingskameramanns, während die Polizei zunächst keine solche ist. Denn erstens ermittelt sie aus Lillys Sicht in die falsche Richtung, und zweitens stellt sie ihr selbst zu unangenehme Fragen. Was wiederum mit ihrer eigenen dunklen Vergangenheit zusammenhängt. Achtung, Spoiler: Echtes Happy End gibt es keines. Das wiederum passt allerdings zum Buch insgesamt, das mit vielen Wendungen aufwartet und bei aller Abstrusität nicht nur gut unterhält, sondern schon auch zum Nachdenken anregt.