Leben und Werk von Dada-Mitbegründer Hugo Ball (1886-1927) sollen wieder stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden. "Nicht nur sein im engeren Sinne künstlerisches Schaffen hat weiter Aufmerksamkeit verdient", sagte Bernd Wacker, Vorsitzender der Ball-Gesellschaft, der dpa. "Auch Balls theologisch grundierte Kritik an der neuzeitlichen Entzauberung der Welt und an den damit verbundenen politischen Hoffnungen und Enttäuschungen ist alles andere als erledigt."

Der in Pirmasens geborene Ball hatte 1916 mit Emmy Hennings das Cabaret Voltaire in Zürich eröffnet, das konventionelle Kunst ablehnte und sich als Kulturrevolte verstand. Bekannt wurden unter anderem die experimentellen Lautgedichte von Ball, etwa "Gadji beri bimba". Er starb 1927 im Tessin. Die 1998 gegründete Hugo-Ball-Gesellschaft wählte im November den promovierten Theologen Bernd Wacker zum Vorsitzenden.

"Mich fasziniert an Ball nicht so sehr das Werk als solches oder bestimmte Teile daraus, sondern die Tatsache, dass es überhaupt und in dieser Qualität existiert", sagte Wacker. "Die existenzgefährdende Armut Balls und seiner Familie, die ihn in den 1920er Jahren etwa zum häufigen Wohnortwechsel zwang, war kaum dazu angetan, frei zu planen und längerfristig ungestört am Schreibtisch zu arbeiten."

Von besonderer Wichtigkeit sei der Gesellschaft die Arbeit an der auf zehn Bände angelegten kommentierten Ausgabe der Werke Balls. Acht Bände seien bereits erschienen. Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich Spender und Mäzene für die restlichen zwei Bände finden würden, sagte der Vorsitzende. "Es geht darum, Hugo Balls Werk knapp 100 Jahre nach seinem Tod endlich in einer vollständigen und finanziell erschwinglichen Ausgabe allen Interessierten zugänglich zu machen." (APA/dpa)