Wien, im Jahr 1908. Fanny Goldmann hat es geschafft, als Helferin in der Gerichtsmedizin mitzuarbeiten. Als Helferin, wohlgemerkt. Das bedeutet, dass sie nicht selbst obduzieren darf – ein Verbot, das sie natürlich bricht, als ihr als Einziger ein Toter verdächtig vorkommt. In der Folge legt sie klammheimlich Hand an die Leiche und verfolgt eine Spur, die sie selbst in Gefahr bringt. Ihre Ermittlungen führen sie in die mondänen Salons der Oberschicht, und plötzlich steckt sie mittendrin in einer tödlichen Verschwörung.

René Anour entwickelt in "Die Totenärztin" eine starke Frauenfigur, die sich am Vorabend des Ersten Weltkriegs in einer reinen Männerdomäne behauptet. Und die nach dem ersten Band ("Wiener Blut") bereits einen zweiten ("Goldene Rache") bekommen hat - hier hat der Autor auch die reale Person Gustav Klimt geschickt eingeflochten -, dem nächstes Jahr ein dritter ("Donaunebel") folgt. Man darf schon gespannt sein. 

René Anour: Die Totenärztin
Rowohlt;
412 Seiten; 12,40 Euro