Wenn bei antiken Göttern ein Apfel im Spiel ist, dann kommt erfahrungsgemäß eher nichts Gutes dabei heraus. Und je größer der Apfel (in diesem Fall der Big Apple vulgo New York), desto größer das Chaos. Aber der Reihe nach: Der Erfinder Hunter Hawk, der nach dem Bankrott seines Schwagers seine Schwester und ihre Familie bei sich wohnen lässt, entdeckt den Stein der Weisen. Oder nein, nicht ganz. Eigentlich schafft er zwei Ringe, die Lebewesen versteinern beziehungsweise eine Steine zum Leben erwecken können. Zelluläre Petrifikation nennt sich das. Und es wird auch gleich an der nervigen Verwandtschaft ausprobiert - mit Ausnahme von Hunters Nichte Daphne, die ihn als Einzige ernst nimmt und sich nicht so wie ihr Vater und ihre Mutter bereits als Hausherrin in der Wohnstatt des leicht verrückten Onkels fühlt, oder ihr Bruder, der sich einfach nur für ihn geniert.

Wirklich spannend wird es allerdings, als Hunter erst auf einen uralten Vertreter des "kleinen Volks" trifft und mit dessen Tochter Meg nach New York reist, wo er seinem Patentanwalt die beiden Ringe vorstellt. Der will allerdings von solchen "Taschenspielertricks" nichts wissen und jagt ihn quasi mit nassen Fetzen davon. Und was tut Hunter? Nun, die Wissenschaft geht mit ihm durch, als er erfährt, dass auch Meg die Kunst des Versteinerns beherrscht (ganz ohne Ring), und kaum hat man sich als Zuhörer versehen, lauscht man auch schon den beiden, wie sie im Metropolitan Museum die Statuen römischer Götter zum Leben erwecken.

2 CDs (ca. 112 Minuten); ca. 18 Euro 
- © Universal Music / Folgenreich / Interplanar

2 CDs (ca. 112 Minuten); ca. 18 Euro

- © Universal Music / Folgenreich / Interplanar

Und jetzt geht es richtig rund in Thorne Smiths verrücktem Hörspiel. Denn Neptun, Diana, Merkur & Co. irren durch den Big Apple und hinterlassen eine Spur der Verwüstung und der Ratlosigkeit bei den (Un-)Beteiligten, Ver- und Entsteinerungen inklusive. Das Ganze spielt übrigens im Jahr  1930. Das heute altehrwürdige Empire State Building wird gerade fertiggestellt, und New York wird seinem Namen als "Stadt, die niemals schläft", mehr als gerecht. Erst recht, wenn plötzlich lauter römische Götter mit im Spiel sind.

Über deren titelgebendes Nachtleben wird an dieser Stelle nicht mehr verraten, nur so viel: Das Hörspiel braucht ein bisschen, bis es an Fahrt aufnimmt, dann aber wird es sehr unterhaltsam, wenngleich der Plot eigentlich recht dünn ist. Aber tolle Sprecher (auch George Clooneys deutsche Stimme Detlef Bierstedt ist als Erzähler mit dabei) und ansprechende Sounds sorgen für Kurzweiligkeit. Am Ende kann man sich als Hörer aussuchen, ob der Schluss ein Happy End oder ein Finis tragicus ist.