Die 1959 in Wien geborene Dichterin, Zeichnerin und Fotografin Brigitta Falkner erhält den Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2021. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 18. Juni im Rahmen der Ernst-Jandl-Lyriktage in Neuberg an der Mürz überreicht. Die Jury nannte sie heute "eine unermüdliche Forscherin, deren Sprache ihr (und uns) als wendiger Lotse vorauseilt".

"Brigitta Falkner versteht es, uns mit jedem ihrer Bücher aufs Neue zu überraschen", ließ Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) in einer Aussendung wissen. "Ihr künstlerisches Arbeitsgebiet ist nicht oder nicht nur das Gedicht, sondern umfasst Sprache, Text, Bild, Sound, Film, Radiophones, Grafisches und Fotografisches. Brigitta Falkner erschafft mit viel Witz und Wissen poetische Welten für uns Leserinnen und Leser: hybrid, transdisziplinär, methodisch präzise, perfekt inszeniert und aufs Schönste gestaltet."

"Falkners Sprache führt uns in die vertrackte Welt des Anagramms und errichtet Panoramen, die sowohl innerlich wie äußerlich sind und spitzbübisch das Kleinste mit dem Größten verkuppeln", meint die Jury und befindet: "Mit Ernst Jandl teilt Falkner einen unsentimentalen, aber gar nicht herzlosen Blick auf die Transformationen, die den Menschen Zeit seines Lebens beschäftigt halten."

Unterschiedliche Genres

Falkner debütierte 1992 mit dem Buch "ABC - Anagramme Bildtexte Comics". Es folgten u. a. "TobrevierSCHreiverbot - Palindrome", "Fabula rasa oder Die methodische Schraube" und "Bunte Tuben - Anagramm". Ihr verschiedene Genres verschränkendes Buch "Strategien der Wirtsfindung", ein Hybrid aus kuriosem Biologienotizbuch, poetischer Graphic Novel und surrealem Gedichtband, stand 2017 auf der Shortlist zum Österreichischen Buchpreis, erhielt den Preis der Hotlist und schaffte es auch an die Spitze der ORF-Bestenliste. Im Vorjahr wurde Falkner mit dem Veza-Canetti-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Der biennal vergebene Ernst-Jandl-Preis für Lyrik wurde 2001 zum Gedenken an den 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl gestiftet. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger sind Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul Wühr, Ferdinand Schmatz, Peter Waterhouse, Elke Erb, Franz Josef Czernin, Monika Rinck und Oswald Egger. (apa)