Wer "Mätsch" von Max Parkos zur Hand nimmt, bekommt gleich zwei Dinge: einerseits einen spannenden Comicroman um einen jungen Burschen namens Phil, der in der Schule das große Turnier gewinnen will, das mit einer Art selbstgemachtem Supertrumpf ausgetragen wird; und andererseits eine in die Geschichte eingebaute Anleitung, wie man genau dieses Kartenspiel selbst erstellen und mit seinen Freunden spielen kann. Die Regeln für "Mätsch" (das buchtitelgebende Spiel) sind übrigens rasch erklärt: Jeder bastelt sein eigenes Kartendeck, in dem bei jeder Karte insgesamt 100 Punkte auf Angriff, Leben und Verteidigung aufgeteilt werden, plus ein zusätzliches Feature wie "Erhält +50 Verteidigung, wenn man 4+ würfelt" oder "Kann nochmal angreifen, wenn man 6 würfelt". Und dann greifen ebendiese Karten im Duell Schüler gegen Schüler einander an.

Einer der Meisterspieler, die eines der legendären Turniere gewonnen haben, ist Phils großer Bruder Nick. Und nun will der Kleine in seine Fußstapfen treten, weil nämlich ein fettes Preisgeld winkt, von dem er die Schule kaufen will. Dann nämlich, so Phils Plan, ist er selbst Direktor und kann endlich seine eigenen Regeln machen. (Dass eine Schule viel mehr als die trotzdem stattlichen 3.000 Euro kostet, lassen wir jetzt einfach einmal so dahingestellt.) 

An besagter Schule tummeln sich alle möglichen urigen Charaktere, die dazu beitragen, dass die Handlung des Buches einerseits öfters leicht ins Abstruse abgleitet und andererseits einfach urkomisch ist. Max Parkos zeichnet echt witzige Figuren, die genauso witzige Dinge von sich geben und krasse Aktionen setzen. Denn während die einen alles daran setzen, die notwendigen 30 Punkte (durch Siege im Vorfeld) zu sammeln, um am "Mätsch"-Turnier teilnehmen zu dürfen, wollen dieses andere sabotieren. Und dann ist da noch die Schule, also der Unterricht, den es auch noch irgendwie zu bewältigen gilt. Gewagte Schummelaktionen, die in die Hose gehen, sorgen ebenso für Unterhaltung wie das ganze "Mätsch"-Drumherum.

Es ist aber nicht bloß reiner Klamauk. Denn der Autor baut auch das Thema Mobbing geschickt ein - natürlich nicht ohne eine Täter-Opfer-Umkehr am Schluss. Alles in allem ein gelungener Einstand von Max Parkos, der mit "Mätsch" sein Ziel, Kinder für das Lesen und Zeichnen zu begeistern, erreichen könnte. Und es ist zu vermuten, dass bald die ersten "Mätsch"-Kartendecks an den heimischen Schulen auftauchen werden.