Die IG Autorinnen Autoren hat am heutigen Freitag gemeinsam mit Übersetzern, Verlagen und Literaturveranstaltern erneut ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet: "Wir können nicht darauf warten, bis unsere Kolleginnen und Kollegen der russischen Aggression zum Opfer fallen, entweder sofort oder in weiterer Folge. Wir müssen jetzt etwas dagegen tun", heißt es in einem Offenen Brief.

"Wir müssen jetzt unsere Stimmen dagegen erheben. Wir müssen jetzt von unserer Regierung und den Regierungen Europas verlangen, umzudenken, in der Wirtschaftspolitik, in der Flüchtlingspolitik." Pro-forma-Verurteilungen würden nicht genügen, es müssten "schnelle und wirksame Maßnahmen wie der Ausschluss aus SWIFT gesetzt werden, die aus der Sackgasse der bestehenden Vereinbarungen mit dem von Putin diktatorisch regierten Russland herausführen".

Der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß sprach sich in einem "Standard"-Interview (Freitagsausgabe) für wirtschaftliche Sanktionen aus, "die stark sein müssen und auch den Westen selbst, auch uns Österreicher, etwas kosten würden". Die in Moskau aufgewachsene Sasha Marianna Salzmann, bekannt für Romane wie "Im Menschen muss alles herrlich sein", hat Solidarität mit den vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen geäußert. "Menschen werden flüchten", sagte sie der Zeitschrift "Theater heute". "Das heißt, wir müssen Platz machen. Wir müssen Geld spenden."

Die kulturellen Verbindungen zu Russland sollten nach Ansicht des Intendanten des Hamburger Thalia Theaters, Joachim Lux, weiter gepflegt werden. "Wir müssen die Parole 'Nie wieder Krieg' neu mit Leben füllen. Gleichzeitig dürfen wir die kulturellen Brücken nach Russland auf keinen Fall abreißen lassen", sagte Lux dem "Hamburger Abendblatt". Der Deutsche Bibliotheksverband zeigte sich über den Angriff Russlands entsetzt: "Unsere volle Solidarität gilt allen Menschen in der Ukraine, die jetzt eine schwere Zeit durchleben", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes vom Freitag in Berlin. Es gebe große Sorge um das Wohlergehen der ukrainischen Kolleginnen und Kollegen. "Wir denken aber auch an die Menschen in Russland, die in diesen sinnlosen Krieg hineingezogen werden." (apa/dpa)