Beinahe passiert das große Unglück. Beinahe wird die Märchen- und Fantasy-Welt Fabula zerstört, was einen Massenexodus in die reale Welt auslöst – und zwar durch ein Portal mitten im Central Park in New York –, die dabei ebenfalls beinahe zerstört wird. Zwei Welten prallen hier aufeinander, und mittendrin findet sich das New Yorker Zwillingspaar Will und Charlotte in einer Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse wieder, umgeben von Elfen, Feen, Zentauren, Trollen, mutigen Jägern, bösen Furien und anderen Wesen einer Welt, die nur existiert, weil die menschliche Fantasie sie erschaffen hat und am Leben erhält. Und genau diese Fantasie droht zu versiegen, was das Ende von Fabula bedeuten würde. Doch Will und Charlotte sind offenbar vom Schicksal auserwählt, diese Welt zu retten, jede/r auf seine/ihre Weise. 

Akram El-Bahay erzählt in "Fabula - Das Portal der dreizehn Reiche" eine großartige Geschichte über ein wildes Abenteuer zweier Kinder in einer fantastischen Welt, für die er Anleihen in zahlreichen Sagen aus aller Welt und Zeit nimmt (er selbst ist als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen). Märchenfiguren sind hier ebenso versammelt wie Fantasy-Geschöpfe, und die Hauptrolle spielen ein Dutzend Feen, die diese Welt zusammenhalten. oder es zumindest versuchen, denn das Böse hat sich unter sie gemischt und droht sie auf die dunkle Seite zu ziehen, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. 

Im Kampf um die Rettung Fabulas wächst jeder der Beteiligten über sich hinaus: Will und Charlotte sowieso, aber auch ein Zwerg, eine kleine Elfe und ein sehr eigenwilliges Einhorn. Und dann sind da noch der verschollene Vater der Zwillinge und ihre Mutter, die für Fabula eine viel größere Rolle spielt, als die beiden je geahnt hätten. Es ist eine wilde Geschichte über die Macht der Fantasie, die bis zuletzt spannend bleibt. Weil man zwar fest damit rechnet, dass es am Ende gut ausgeht, aber allzu sicher lässt der Autor seine Leser nicht sein. Immer wieder fügt er noch einen Rückschlag für seine jungen Helden ein, um sie dann umso stärker daraus hervorgehen zu lassen.