Vor wenigen Tagen hatte die IG Autorinnen Autoren einen breit angelegten Aufruf zu einer Textsammlung unter dem Titel "Stimmen gegen den Krieg" veröffentlicht. Binnen kurzer Zeit trug man so bereits 370 Beiträge zusammen. Diese Sammlung solle möglichst vielen Autorinnen und Autoren, aber auch Politikern, Funktionären der Interessensvertretungen sowie andere Repräsentanten des öffentlichen Lebens die Möglichkeit zur Positionierung geben.

Anlass für das offene literarische Werk ist selbstredend der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Man gehe mit dem Projekt dieses Anti-Kriegsmanifestes als Gegenstück zu Kriegsrhetorik und Kriegspropaganda aber darüber hinaus, wird betont. "Während es Jahrzehnte dauert, bis Kriegswunden geschlossen oder Kriege überhaupt beendet werden können, sind nur wenige Wochen nötig, um neue Kriegswunden zu schlagen, die sich überall in der Welt auswirken", so die IG am Mittwoch. Mit den "Stimmen gegen den Krieg" arbeite man da an einer langlebigen, vielstimmigen und vielsprachigen literarischen Deklaration, an einem bleibenden Appell für den Frieden.

Und dieser besteht aus Stimmen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen ebenso wie aus prominenten Fürsprechern. Vertreten sind hier etwa Marlene Streeruwitz ("ein schrei"), Gerhard Zeillinger ("Aufruf zum Bellen"), Martin Pollack ("Ein Angriff auf Europa"), Barbara Frischmuth ("Krieg") oder Milena M. Flasar ("Ferngespräch"). Und dabei soll es nicht bleiben. So können weiterhin Gedichte und Liedtexte, Sachtexte oder Dramen, Prosa oder Briefe an g.ruiss@literaturhaus.at gesendet werden. Die Texte werden zu Dossiers zusammengestellt und sind unter www.literaturhaus.at/index.php?id=10189 abrufbar. (apa)