Am Rand von Österreichs größter Badewanne steht ein Leuchtturm: Er ist in Betrieb - und leuchtet allen nächtlichen Surfern und Seglern auf dem Neusiedler See heim nach Podersdorf. Überhaupt ist Österreich eine Nation der Binnenschifffahrt. Da wäre schließlich auch die Korneuburger Marine und manch Seefahrt, die mangels Meer tatsächlich auf einem See stattfinden muss.

Sonst aber hat es Österreich eher mit Land und Witterung, etwa dem Ganzjahresschnee von Floridsdorf in der dortigen größten Windkanalanlage der Welt oder den 115 Brücken und 49 Leitern, die in der Bärenschützklamm für Muskelkater sorgen.

Das alles klingt nach Harald Havas - und ist auch von ihm. In "Kurioses Österreich: Orte" legt der Wiener Journalist sein neues Sammelsurium österreichischer Merkwürdigkeiten vor. Wie es bei solchen Büchern ist: Manches wird der Liebhaber ländereigener Kuriosa mit einem kenntnisreichen "Ja, eh" quittieren, manches ist eine Perle (der höchste Berg der Welt im Waldviertel) und sogar ein Diamant (Österreichs Inseln, der Zahnwehlöwe).

Sammler von Seltsamkeiten sind mit Havas jedenfalls wieder einmal in gewohnt bester Gesellschaft. Und alle anderen gehen nach der Lektüre mit offeneren Augen durch Österreich.