Angst vor Vampiren sollte man nicht haben, wenn man Christine Haas' neues Buch zur Hand nimmt. Auch wenn in "Louis und die Stadt der Vampire" kein einziges Mal Blut gesaugt wird und es nicht einmal richtig gefährlich wird, also objektiv betrachtet. Zum Fürchten ist das Reich der Untoten aber schon, wie Louis rasch feststellt. Der Elfjährige landet nämlich durch einen geheimen Eingang genau dort, nachdem ihn eine dubiose Frau auf die Jagd nach einer Kristalldiebin geschickt und ihm die Erfüllung eines Wunsches versprochen hat.

Ihm zur Seite steht die Ratte David von Düsterstein, die sich als zwar offenbar recht schlau, aber auch mindestens genauso nervig herausstellt. Und in der Stadt der Vampire trifft Louis nicht nur die zahme Fledermaus Manfred wieder, die er in der Menschenwelt bei der auch etwas eigentümlichen alten Frau Kunz kennengelernt hat, sondern lernt auch den vegetarischen Vampir Ben kennen, der ihm gemeinsam mit David bei seinem Abenteuer zur Seite steht.

Und dann ist da noch der furchteinflößende Fürst der Vampirstadt - und all die anderen Bewohner, die es auszutricksen gilt, weil Louis ja mit seinen Nicht-Vampir-Zähnen nicht auffallen darf. Louis muss sich erst einmal passende Kleidung organisieren (man könnte es auch stehlen nennen), bevor er sich auf die Suche nach dem Kristall machen kann - und dabei eine große Intrige aufdeckt. Mehrmals fürchtet er aufzufliegen, vor allem, als er mit der kleinen Vampirin Lucy mit am Tisch des Fürsten sitzt, vor sich ein Glas mit Blutbrause.

Aber natürlich geht es am Ende gut aus, und auch David entpuppt sich letztlich als gar nicht so schlimm (naja, fast halt). Und auf einer Metaebene lernt Louis auch mit dem ungeliebten neuen Freund seiner Mutter umzugehen. Christine Haas bringt die Themen Familie, Freundschaft und Vertrauen gekonnt in ihr spannendes Vampirabenteuer ein.