Im TV-Steirerkrimi ist Sandra Mohr den Serientod gestorben, weil Darstellerin Miriam Stein ausgestiegen ist. In Claudia Rossbachers Romanvorlagen erfreut sie sich die Mitarbeiterin der Abteilung Leib und Leben im LKA Graz jedoch (noch) bester Gesundheit und ermittelt munter weiter, mit ihrem Vorgesetzten Sascha Bergmann - dem eine Personalbesetzung ordentlich auf den Magen schlägt. Denn ausgerechnet eine Ex-Kollegin und Ex-Freundin aus Wien wird ihm als neue Vize-Landespolizeidirektorin vor die Nase gesetzt. Und die zieht den bekennenden Macho quasi am Nasenring hinter sich her.

Apfelschnaps und Kutten

Allzu viel Zeit, sich darüber zu ärgern, bleibt ihm aber eh nicht, weil es wieder zu ermitteln gilt. Diesmal treibt ein im beschaulichen Puch bei Weiz ein Serienmörder unter den dortigen Apfelmännern sein Unwesen. Kleiner Spoiler: Der Titel "Steirerwahn" verrät schon ein bisschen das Tatmotiv.

Die Kuttenträger, die in dreitägiger geheimer Klausur ihren berühmten Apfelschnaps brennen, gibt es übrigens wirklich, und Rossbacher hat für ihren zwölften Krimi auch zwei Apfelmänner als Informanten zu Rate gezogen. Was die ihr erzählt haben über ihr Metier, lässt die gebürtige Wienerin, deren Herz eindeutig für die Steiermark und deren Kulinarik schlägt, wie gewohnt neben der Krimihandlung einfließen.

Claudia Rossbacher legt ihren zwölften Steirerkrimi vor. 
- © Sarah Koska

Claudia Rossbacher legt ihren zwölften Steirerkrimi vor.

- © Sarah Koska

Diesmal stehen eben die steirischen Äpfel im Mittelpunkt, die fast zur Hälfte in den Export gehen und trotzdem gut 80 Prozent des gesamtösterreichischen Verbrauchs decken. Aber keine Sorge, Rossbacher hält sich diesmal eher zurück, was nicht-kriminalistische Inhalte betrifft. Und gegen Ende geht es ganz schön wild zu. Aber zur Beruhigung: Ein Serientod im Buch ist bei Sandra Mohr nicht zu befürchten.