Mops und Fidel sind zwei kleine Racker, die sich im Wald pudelwohl fühlen. Doch ein bisschen fehlt den beiden Frischlingen ihr Vater, denn nur mit der Mutter ist es auf Dauer langweilig. Deshalb beschließen sie: "Wir suchen jetzt unseren Papa!" Weil der nämlich bestimmt viel cooler als Mama ist, denken sie. Aber was tun, wenn man den Vater noch nie gesehen hat und folglich nicht weiß, wie er aussieht? Das macht die Suche natürlich etwas schwierig.

Aber Mops und Fidel sind nicht dumm und orientieren sich an sich selbst: Da zunächst einmal ihre Streifen, die sie von Papa geerbt haben müssen, weil Mama ja keine hat. Doch damit kommen sie nicht weiter und werden bloß vom Streifenhörnchen ausgelacht. Das Grunzen ist auch nicht hilfreich, denn sie landen bloß bei einem Bären, und der brüllt zwar laut, weist sie aber auf sonstige fehlende physiognomische Ähnlichkeiten hin.

Doch nach mehreren Fehlschlägen lassen Autorin Anja Fröhlich und Zeichnerin Betina Gotzen-Beek ihr gemeinsames Buch "Mops und Fidel suchen ihren Papa" zu einem zufriedenstellenden Ende kommen, und die beiden Frischlinge finden tatsächlich ihren Papa - der genauso groß und stark und wild ist, wie sie ihn sich vorgestellt haben und wie sie auch selbst eines Tages sein möchten. Aber bis dahin, stellt Fidel zum Schluss fest, haben sie noch genügend Zeit, einfach zwei ausgelassene Kinder zu sein.

Das ist - neben dem Thema, dass jedes Kind einen Vater braucht - die zweite Botschaft, die Anja Fröhlich ihren kleinen Lesern mit auf den Weg gibt: Alles hat seine Zeit, und man muss nicht sofort der Größte und Stärkste sein. Schließlich gibt es auch noch andere, die das für einen sein können, wenn es notwendig ist. So wie Mops' und Fidels' Papa im Hintergrund dafür gesorgt hat, dass der gefährliche Bär sie nicht gefressen hat. Genaue Beobachter können ihn übrigens schon ein bisschen früher entdecken als die beiden Frischlinge, wenn sie Betina Gotzen-Beeks liebevoll gezeichnete Waldbilder eingehend auf sich wirken lassen.