Man kennt das ja: Die Großen feiern gemeinsam eine Party, und weil sie die Kinder nicht unbeaufsichtigt daheim lassen können, werden sie mitgeschlept, und dann müssen sich Gastgeber- und Gastkinder, die einander vielleicht gar nicht kennen oder gar mögen, zusammenraufen. Im Fall von "Der Bonsaipottwal" müssen sie sogar gemeinsam übernachten. Dabei trifft der von Allergien geplagte Enzo auf den tierliebenden Henry. Gegen dessen furzenden Kater Jürgen ist Enzo genauso allergisch wie gegen den Staub, den seine Wellensittiche aufwirbeln. Und selbst den Nusskuchen, den die beiden in Henrys Zimmer serviert bekommen, verträgt Enzo nicht.

Henry versteht das alles natürlich noch nicht so ganz - und als Enzo dann behauptet, der habe daheim ein Aquarium mit einem Bonsaipottwal, den ihm der Wächter der Meere geschenkt habe, glaubt ihm Henry das natürlich nicht. Es ist aber dann eine spannende Geschichte, die Enzo da beim Einschlafen erzählt, über fantastische Wesen und wo sie zu finden sind. Und nach der gemeinsamen Nacht stellt Henry wohl fest, dass es gar nicht so schlimm war mit dem Buben, der ihm zuerst ein bisschen suspekt war.

Anna Grabener lässt hier ganz schön die Fantasie spielen und zeigt dabei auf, dass eben diese Brücken schlagen kann. In diesem Fall zwischen zwei fremden Buben. Wobei sie ein überraschendes Ende bereithält.