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Ja, ja, der Herbst. Gern wird er mit den allmählich absteigenden Lebensjahren assoziiert, und das dazugehörige Vegetationsgeschehen legt die Parallele nahe. Auch gibt es schöne, gerade noch warme Abende voller Licht (wenn es auch schwindet) und Farben; das sollte doch über die Melancholie hinweghelfen.

Barbara Pyms dritter wieder aufgelegter Roman handelt von vier Leuten, alle um die 60, die nichts gemeinsam haben, als dass sie im selben Büro sitzen, fünf Tage in der Woche, das ganze Jahr über. Es wäre sehr übertrieben zu sagen, sie seien befreundet. Was sie in diesem Büro tun, erfährt man nicht - nur, dass bei der kleinen Feier, die zum Pensionsantritt für die zwei Damen unter den vieren ausgerichtet wird, klar wird, dass auch sonst in der Firma niemand weiß, was diese kleine Abteilung tut. Sie soll, sobald die zwei Herren auch pensioniert sind, ohnehin geschlossen werden.

Aus diesem, vorsichtig gesagt, wenig versprechenden Stoff hat Pym eine ziemlich dunkel getönte Komödie gestrickt, die sich durch zwei Dinge auszeichnet: Es geschieht darin eigentlich nichts, und beim Lesen stellt sich ein leises, aber immer deutlicher werdendes Grauen vor solch einem Leben ein. Wie sie dann ganz am Ende eine Kurve kriegt und aus der Beschreibung von fast nichts einen Reigen humoristischer Funken schlägt, das grenzt nicht an ein Wunder, das ist eines!