Es gibt gute Geschichten, die beginnen mit einem kleinen Missverständnis oder - in diesem Fall - einer kleinen Schwindelei. Das Küken Emmi und sein Freund, der Frosch Ferdinand nämlich wollen einfach einmal ein bisschen schwindeln. Gar keine schlimme Lüge oder so, einfach einmal nicht ganz die volle Wahrheit sagen oder vielleicht besser: ein bisschen aufschneiden. Und so erzählen sie dem Elefanten Popoff, dass sie Urlaub machen. Wo? In den Bergen. Blöd nur, dass Popoff gleich beschließt, auf ihren Bergurlaub mitzukommen. Wo nimmt man jetzt auf die Schnelle einen Berg her, wenn man doch eigentlich gar nicht richtig verreisen wollte?

Aber Emmi, nicht auf den Kopf gefallen, erklärt kurzerhand einen Erdhaufen, an dem sie vorbeikommt, zu einem Berg. Und dann nimmt der Rest der Geschichte eigentlich fast von selbst seinen Lauf. Denn Popoff macht aus dem kleinen Hügel einfach einen großen, der zwar noch kein richtiger Berg, aber für ein Küken und einen Frosch schon ganz schön hoch ist. Und Meerurlaub gibt es auch gleich dazu, weil der Elefant ins Aushubloch Wasser einbringt. Nicht ganz freiwillig zwar und erst nach gutem Zureden, aber eben doch. Und als dann auch noch der Esel Pepe mit Holz für ein Lagerfeuer und seiner Gitarre vorbeikommt, ist der Urlaub - der eigentlich gar keiner werden sollte - perfekt.

Und Emmi kann am Abend beim Heimkommen der Mutter voller Überzeuzung erzählen: "Wir haben Urlaub gemacht und sind ganz hoch auf einen Berg geklettert. Und wir haben gebadet. In einem See!" Was diesmal gar nicht geschwindelt ist, auch wenn die Mutter es natürlich nicht glaubt. Und die Moral von der Geschicht'? Ein bisschen Schwindeln ist erlaubt, solange etwas Gutes dabei herauskommt. Zum Beispiel das von Catharina Valckx liebevoll gestaltete Bilderuch "Emmi macht Urlaub".