Fliegen nerven, Wespen stechen, Ohrenschlüpfer sind eklig. Überhaupt, wer braucht schon Insekten, diese grauslichen Krabbler, die uns nur stören, wenn sie sich in unsere Häuser verirren? Wer sie braucht? Nun, wir alle! Denn ohne diese unzähligen verschiedenen Sechsbeiner sähe unsere Erde ganz schön - nein, nicht schön, sondern furchtbar - anders aus: Es gäbe keine Blütenbestäubung, ganze Tierarten würden verhungern, und unsere Natur würde in Tierleichen versinken, die nicht weggeräumt würden.

Auf all diese und noch viel mehr wichtige Funktionen von Insekten macht der Laurence King Verlag mit dem neuen Buch "Insekten retten die Welt" aufmerksam und bricht dabei eine Lanze für die kleinen Krabbler, die auf unserer Erde einfach unentbehrlich sind. Die britische Naturschutzorganisation Buglife hat die Texte beigesteuert, zu denen Qu Lan großflächige Illustrationen gezeichnet hat. Auf 48 Seiten lernen wir alle möglichen Insekten kennen, vom schönen Schmetterling über den faszinierenden Wasserläufer bis zum Kacke essenden Käfer.

Und wenn wir schon bei den Wirbellosen sind, dann nehmen wir doch Würmer und Egel gleich mit, haben sich die Autoren offenbar gedacht und stellen diese auch gleich vor. Dabei beschreiben sie nicht nur die vielen nützlichen Eigenschaften der mehr oder weniger possierlichen Tierchen, sondern erklären auch, wie man sie schützen kann. Und es geht sogar kurz in den Weltraum. 

Freilich, das Kapitel über Insekten als (gar nicht so neue, zumindest für rund zwei Milliarden Menschen) Nahrungsquelle der Zukunft, ist Geschmacksache. Während es für die einen ganz normal ist, Maden oder Heuschrecken zu verspeisen, dreht es bei anderen schon beim Gedanken daran den Magen um. Aber auch dieser Aspekt kommt jedenfalls im Buch vor, das insgesamt eine Hommage an jene Tiergruppe an, die etwa 60 Prozent aller Individuen auf unserem Planeten stellt. Noch.