"Soi i da ehrlich wo sogn (...) wer soi denn den schaß lesn?", hat Günther Lainer "stott an voawoat" auf die erste Seite seines neuen Buches "Lebensweisheiten, die keiner braucht" geschrieben. Und damit sowie auf den folgenden 180 Seiten beweist der 53-jährige Linzer, dass er als Kabarettist vor allem eine humoristische Disziplin bestens beherrscht: Selbstironie. In zahlreichen Kurzgedichten und Sinnsprüchen erzählt er davon, wie mühsam das Leben manchmal sein kann, warum er den Kampf gegen das Übergewicht schon lange aufgegeben hat oder wann man einsehen sollte, dass es besser ist, etwas hinzunehmen als es zu ändern zu versuchen.

Zur Lyrik in oberösterreichischer Mundart gibt es auch in jedem der 22 Kapitel (wie "Leben", "Frauen", "Männer", "Alltag" oder "Geld - Erfolg - Karriere", aber auch "Sucht", "Gott - Glaube" oder "Tod") auch mehrere Sinnsprüche auf Hochdeutsch, die irgendwo zwischen Tischkalender und Glückskeks anzusiedeln sind: teilweise durchaus ernsthaft, manchmal aber auch absurd-komisch. Auf jeden Fall kurzweilig und unterhaltsam. Allerdings warnt sein guter Freund und Kabarettkollege Norbert Peter in seinem Vorwort davor, diese Anthologie am Stück zu verschlingen (was sich an einem Abend locker ausginge), weil das dem Autor und seinem Werk nicht gerecht würde.

Und er hat nicht unrecht - vor allem, weil es schade wäre, wenn Lebensweisheiten wie "Benimm dich immer so, dass nie einer deiner Freunde auf die Idee kommt, du könntest ihm beim Übersiedeln helfen" im Gedächtnis allzu rasch durch eine andere verdrängt würden. Also machen Sie es nicht wie Günther Lainer mit der Nahrungskette, die er "sötn unterbrochn" hat, sondern gönnen Sie ihm und seiner Lyrik Lesepausen. Dann haben Sie länger was davon.