Am 17. Juli 1928 wurde im Saulackenmais im Lainzer Tiergarten eine gewisse Katharina Schäfter ermordet. Den Fall, der jahrelang für Schlagzeilen sorgte und zehn Jahre später von den Nazis für antijüdische Propaganda ausgeschlachtet wurde, greift Beppo Beyerl in seinem neuen historischen Kriminalroman "Mord im Lainzer Tiergarten" auf.

Dieser spielt nicht nur im Westen Wiens, sondern, weil auch ein grenzüberschreitender Schlichhändler involviert ist, bis hinunter nach Triest für den ermittelnden Polizisten, der in seinem Hauptverdächtigen in Wahrheit nur ans Bein pinkeln kann, mehr nicht. Es ist die Zeit kurz nach dem Justizpalastbrand und die Stimmung entsprechend aufgeheizt. Auch wenn die meisten Figuren fiktiv sind (echt ist allerdings der dreimalige Kanzler und Polizeipräsident Johann Schober, der auch vorkommt), zeichnet Beyerl ein sehr plastisches Bild der Zwischenkriegszeit, gesellschaftlich wie auch politisch und wirtschaftlich. Seine Recherche-Hausaufgaben in den einstigen Kronländern hat der Autor mit sichtlicher Begeisterung gemacht.