Der ungarische Autor György Moldova ist am Samstag im Kreise seiner Familie gestorben, wie seine Tochter Julia der Nachrichtenagentur MTI sagte. Moldovas Tätigkeit wurde kontroversiell gesehen. Seine Geschichten und Reflexionen über Arbeiter und Bergleute brachten ihm Anerkennung, auch wenn er weder KP- noch Mitglied einer anderen Partei im kommunistischen Ungarn gewesen war. Bekannt wurde er auch für sein Eintreten für den früheren KP-Chef Janos Kadar.

Sein Oeuvre umfasst etliche Bücher, Drehbücher und Theaterstücke sowie historische Betrachtungen etwa über Che Guevara oder auch einen protestantischen Priester im Ungarn des 17. Jahrhunderts, der gehenkt worden war. Moldova, der am 12. März 1934 in Budapest geboren worden war, arbeitete als Bergmann, Gärtner, Fabriksarbeiter und auch Lehrer zwischen 1957 und 1964. Ein Dramaturgie Studium an der Hochschule für Theater und Film schloss er nicht ab. Zu seinen populärsten Werken gehören die Bücher "Anerkennung für Komlo" und "Das Leben ist ein Verbrechen", in denen er das Leben von Bergleuten bzw. der Roma-Minderheit in Ungarn darstellt.

Bekannt wurde Moldova auch dafür, dass er Vorwürfe gegen Janos Kadar, wegen der Revolution von 1956 "Blut an den Händen" zu haben, stets zurückwies. Der KP-Chef habe nicht an den Vergeltungsmaßnahmen nach der Niederschlagung des Volksaufstandes teilgenommen und habe auch keine Todesurteile unterzeichnet.

Moldova war 1957 der Jozsef Attila-Preis zuerkannt worden, den er aber erst 1973 und 1978 bei neuerlichen Verleihungen annahm. Der Kossuth-Preis war ihm 1983 verliehen worden. (apa)