Wie ist das, wenn Oma oder Opa stirbt? Wie geht das Kind damit um? Was tun die Eltern? Dazu gibt es schon recht viele Kinderbücher, während sich bisher kaum eines damit befasst, wie das ist, wenn ein Elternteil stirbt. Wenn Mama oder Papa plötzlich nicht mehr da ist. Diesem Thema widmen sich nun Marion Hübinger und Sonia Eliashvili, wobei sie kleinere Kinder im Auge haben.

Hübingers klare Sprache, die mit wenigen Worten auskommt, schildert zunächst, wie ein Kindergartenkind mit seinem Vater verschiedene schöne Momente erlebt, untermalt mit Eliashvilis kraftvollen Acryl- und Buntstiftzeichnungen. Und genau diese schönen Momente - oder besser gesagt: die Erinnerungen, die damit verknüpft sind - sind es später, die dem Halbwaisen etwas zum Festhalten geben. Es sind Trostmomente im Verlust, den das Kind gar nicht so recht begreifen kann: "Viele Leute streichen mir über den Kopf. Mamas Hand iegt auf meiner Schulter. Auf den Erdhügel fallen leise Flocken."

Die Worte "Papa ist gestorben" spricht die kleine Erzählerin nie aus. Zu frisch sind der Verlust und die damit einhergehende Wunde, als dass sie sich voll damit konfrontieren möchte. Aber das muss auch nicht sein. Hübingers und Eliashvilis Buch soll keine Konfrontation sein, sondern einfach einen Einstieg bieten, ins Gespräch zu kommen, das Ganze greifbarer zu machen. Es ist eben kein Buch, das sich ein Kind, das einen solchen Verlust erlitten hat, alleine anschauen soll, sondern vielmehr dazu gedacht, es gemeinsam in die Hand zu nehmen und dann darüber zu reden. Denn Reden hilft - auch und vor allem in Verlustsituationen.