Es war im Jahr 1994, als die Allround-Künstlerin Elzbieta (1936 bis 2018) ihr kleines, aber eindringliches Buch "Floris & Maja" geschrieben hat, unter dem Eindruck der Jugoslawien-Kriege (ab 1991), aber auch ihrer Weltkriegserlebnisse als Kind. Sie hebt das Thema Krieg auf eine ganz kindliche Ebene, indem sie zwei kleine Hasenkinder, nämlich Floris und Maja, die bisher miteinander gespielt haben und fest davon überzeugt waren, einander später zu heiraten, plötzlich durch einen Stacheldraht trennen lässt.

Natürlich versteht der kleine Floris überhaupt nicht, warum er plötzlich nicht mehr mit Maja spielen kann. Und warum der Vater zum Krieg hingehen muss. Und noch weniger versteht er, als der Vater später als Kriegsversehrter heimkommt, warum er den Krieg nicht einfach getötet hat, diesen bösen Krieg, der alles kaputtgemacht hat. So wie auch heutige Kinder wahrscheinlich fassungslos vor jenem Krieg stehen, der nun in der Ukraine (aber nicht nur dort) tobt. Und so wie die realen Eltern versuchen auch die Haseneltern in Elzbietas Buch, den Krieg kindgerecht zu erklären - und scheitern letztlich daran. Denn wie soll man etwas sinnvoll erklären, das bar jeder Vernunft sich der Rationalität entzieht?

Aber, und das ist der kleine Trost: Irgendwann geht jeder Krieg zu Ende. Und er hinterlässt zwar tiefe Wunden, aber es kann trotzdem gelingen, sich wieder ein Stück Normalität zurückzuerobern. So wie Floris und Maja am Schluss wieder miteinander spielen, trotz Stacheldraht. Allerdings stellt Floris' Vater auch fest: "Der Krieg wird niemals sterben. Er schläft nur hin und wieder ein." In diesen Schlafphasen heißt es, daran zu arbeiten, dass sie möglichst lange dauern . . .