Wenn ein Astronaut einen Roman schreib, ist ein Bestseller garantiert, und auch Hollywood steht bald auf der Matte. So geschehen bei Jim Lovells autobiografischem Buch "Apollo 13" (1995) – und auch Chris Hadfields "Die Apollo-Morde" wird wohl eher früher als später ins Kino kommen. Denn es ist ein wirklich filmreifer Weltraum-Thriller, den frühere Kommandant der ISS und Capcom von 25 Shuttle-Missionen erzählt.

Sein Roman handelt von der fiktiven letzten Mond-Mission "Apollo 18" im Jahr 1973, die von einem Todesfall kurz vor dem Start überschattet wird. Und vom Kalten Krieg, der auch im Weltraum mit allen Mitteln geführt wird. Denn neben dem Mond geht es den USA vor allem um eine sowjetische Spionage-Raumstation und einen Mond-Rover, die zum Wohle westlicher Staatsgeheimnisse sabotiert werden sollen. Und der Kreml kann das natürlich nicht zulassen. Es wird aufregend. Es wird brutal. Und es wird schon auch ziemlich übertrieben im furiosen Finale als Höhepunkt einer alternativen Geschichtsschreibung, die allerdings zumindest theoretisch tatsächlich so passieren hätte können.

Denn alles, was Hadfield schildert, ist authentisch. Selbst viele handelnden Personen gab es wirklich. Und wäre nicht der Nasa nach "Apollo 17" ihr Mond-Programm abgedreht worden, wer weiß, vielleicht hätte es tatsächlich einen so wilden Ritt zum Mond gegeben, wie ihn Hadfield in seinem Buch beschreibt. Dieses besticht insbesondere – so wie auch schon Lovells "Apollo 13" – durch eine gekonnte Mischung von fiktionaler Abenteuergeschichte und authentischer Schilderung technischer und politischer Grundlagen, der auch Laien gut folgen können. Und auch in Sachen Gender-Gerechtigkeit und Antidiskriminierung bieten "Die Apollo-Morde" genügend Identifikationsfläche. Ein beeindruckender Roman über den Kalten Krieg, den Kampf um die Vorherrschaft im All und den Wettlauf der Technologien in den frühen 1970er Jahren.