Regionalkrimis liegen im Trend, denn wie lassen sich Land und Leute samt kulinarischen Leckerbissen und schönen Landschaften besser den Auswärtigen näherbringen als mit einem zünftigen Mord? Bei Helmut Scharner ist es das Mostviertel, das nun erneut Schauplatz eines Verbrechens wird: Ein Mostbaron (die gibt’s wirklich: www.mostbarone.at) wird mit der Mostflasche eines Mitbewerbers erschlagen.

Harte Ermittlungsarbeit muss der aus St. Pölten angereiste Major Brandner (der eigentlich von Wien einpendelt) da leisten. Immer, wenn jemand besonders verdächtig erscheint, präsentiert der oder die dann einen weiteren Verdächtigen. Oder wird selbst ermordet. Und dann sitzt ihm auch noch sein Polizeidirektor im G’nack, der am liebsten schon gestern den Mörder der Presse präsentieren möchte. Dazu kommt eine Nebenhandlung mit Brandners Familie, in der man zunächst eine reine Tourismuswerbung fürs Mostviertel sehen könnte, die sich aber dann doch als ermittlungsrelevant erweist.

Es ist solides Krimihandwerk, das der Autor mit seinem aktuellen Roman "Mostbarone" einmal mehr betreibt. Und das dem Leser aufgezwungene Lokalkolorit samt lukullischen Freizeittipps hält sich letztlich stark in Grenzen.