Rosmarie Dorn spielt wieder Miss Marple. Aber nicht aus Neugier oder gar Jux und Tollerei, sondern weil die Grödiger Arzthelferin in Katharina Eigners neuem buch "Salzburger Dirndlstich" ihre Tochter vor der Verhaftung durch einen inkompetenten Polizisten bewahren will. Susi ist nämlich plötzlich Hauptverdächtige, nachdem ihre Mitschülerin Ella mitten in einer Modeschau der Modeschule Hallein ermordet wurde.

Es gibt auch noch ein persönliches Motiv für Rosmarie. Denn Ella war zwar offenbar ein echtes Ekel, das bis zum eigenen Ableben sprichwörtlich über Leichen gegangen ist, aber auch eine Vollwaise so wie Rosmarie selbst, die auch im Erwachsenenalter immer noch mit ihrem Status als Findelkind hadert. Wer weiß also, was tatsächlich hinter dem Mord an Ella steckt? Während ihr Mann auf Reisen geht und Rosmarie vorher noch einschärft, sich bloß nicht lächerlich zu machen und noch einmal Detektivin zu spielen (wir erinnern uns an "Salzburger Rippenstich"), tut sie natürlich genau das. Weil dem gar nicht ruhmreichen Roderich (ein Wortspiel, das sie sich mit dem Vornamen des Ermittlers erlaubt) nicht zu trauen ist, wie sie findet.

Es ist zwar eine sehr an den Haaren herbeigezogene Räuberpistole, bei der auch noch das "Urdirndl" aus dem 17. Jahrhundert als Diebesgut eine Rolle spielt, aber Katharina Eigner erzählt sie mit so viel Charme, dass man sie trotzdem gerne bis zum (sehr dick aufgetragenen) Ende liest.