Man hat es nicht leicht in der Pubertät, vor allem als Bursch. Der Körper verändert sich, die Stimme beginnt zu kieksen, der ersehnte Bart will und will einfach nicht sprießen, und dann ist da noch die Sache mit dem ersten Samenerguss und so . . .

Katharina Neuschaefer kennt offenbar die Sorgen und Nöte männlicher Jugendlicher und widmet ihnen nun eine eigene Buchreihe, insbesondere den "Losern" unter ihnen, also den weniger coolen Kids, die es ohnehin schon nicht leicht haben. Ihre Hauptdarsteller sind der 13-jährige Julius - von einem seiner Mobber "Schwulius" genannt - und sein Klassenkollege und bester Freund Stefan. Gemeinsam wehren sie sich gegen ihr Schicksal und schlagen in Band eins als "The Invisible Ones" zurück. In Band zwei dreht sich das Ganze aber, weil Stefan Julius, der nun die Chance sieht, endlich so etwas wie Coolness zu entwickeln, ihm peinlich wird. Weil Stefan nämlich wie der Elefant im Porzellanladen genau in der falschen Situation das Falsche sagt. Und sich mancher Peinlichkeiten offenbar gar nicht bewusst ist.

Dafür schafft es Stefan, vom neuen Mitschüler - wie der heißt, weiß Julius nicht, und es ist ihm auch herzlich egal, er nennt ihn einfach "den Rollenmann" - ins Herz geschlossen zu werden. Und das ist ein Vorteil, weil der Skater Leif, der offenbar als Repetent ein Jahr älter und damit auch stärker und wirklich cooler als die meisten in der Klasse ist, die Ungustln tatsächlich in Schach hält. Und interessanterweise findet er auch Julius gar nicht so uncool - nur merkt der das ebenso wenig wie die Zuneigung seiner Klassenkollegin Sarah, die ihm aus welchem Grund auch immer unheimlich ist. Stattdessen steht er auf Luisa, die allerdings offenbar in Leif verliebt ist. Es wird also kompliziert.

Und dann findet auch noch eine Klassenfahrt statt, die aus dem Ruder läuft, als Julius sich durch eine Geistergeschichte wichtig zu machen versucht. Es wird sogar richtig lebensgefährlich. Katharina Neuschaefer verpackt hier die Themen Mobbing und Freundschaft in eine irrwitzige Story, die Spaß beim Lesen macht und doch auch ein bisschen zum Nachdenken anregt.  Vor allem, weil Julius, der gedisst wird, selbst auch nicht gerade der netteste im Umgang mit seinen Mitschülern ist. Mancher Leser wird vielleicht sogar ein bisschen ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn er an seine eigene Klasse und die darin verteilten Rollen denkt.