Ein gefallener Staranwalt, der in konservativen Kreisen bis zu seinem Absturz bestens vernetzt war, stirbt beim Joggen, und weil auf seiner Brust ein mit "X" beschrifteter Zettel liegt, ist für den kurz vor der Pension stehenden Kommissar Michael Leyrhofer klar, dass das ein Mord gewesen sein muss. Im Zuge der Ermittlungen trifft er bald wieder auf die hackende Investigativjournalistin Stefanie Laudon und ihren Freund, den IT-Spezialisten Paul Mond, mit denen der damals noch recht analoge Krimineser, der sich nun, ein paar Jahre später, selbst bei der Verbrecherjagd auf Algorithmen verlässt, schon in Barbara Wimmers Zukunftskrimi "Tödlicher Crash" zu tun hatte.

Und auch sonst greift die Autorin, die selbst preisgekränte Netzjournalistin ist, immer wieder auf diesen Roman zurück in ihrem neuen Buch "Jagd im Wiener Netz", das im Jahr 2028 spielt. Die Bürger sind hier noch gläserner geworden, die Schattenseiten der Digitalisierung noch düsterer, und auch Corona ist der Welt erhalten geblieben. Es ist im Grunde eine Dystopie, die in der Machart eines Krimis eindringlich schildert, wo unsere Gesellschaft in ein paar Jahren landen könnte, wenn gewisse aktuelle Entwicklungen linear so weitergehen. Gespickt mit - natürlich rein zufälligen - Seitenhieben auf die heutige Politik.