Die pensionierte Pariser Kommissarin Florence Beaumarie besucht über Weihnachten ihren Freund – und Liebhaber – Charles Florentin in der Provence. Und eigentlich wollte sie sich über Weihnachten einfach eine schöne Zeit machen mit dem Buchhändler, der sie nur mit rein privaten Hintergedanken in diese Gegend eingeladen hat. Aber als Florence erfährt, dass nahe der örtlichen Polizeistation eine Senegalesin ermordet wurde und Kommissar Antoine Lambert, den sie noch aus Pariser Zeiten kennt, selbst bedroht und seine Tochter überfallen wurde, kann sie nicht anders und muss sich doch einmischen in die Mordermittlungen. 

Autorin Ingrid Walther geht in ihrer Erzählung "Madam Beaumarie und der Winter in der Provence" ein wenig ausschweifend vor, weil sie neben der eigentlichen Krimihandlung auch ihr wichtige Themen aufgreift (beziehungsweise sie miteinander verschränkt). So setzt sich die pensionierte Polizistin, noch bevor sie überhaupt in die winterliche Provence aufbricht, mit den teils immer noch schlimmen Zuständen in der Textilindustrie auseinander. Auch später geht es um regionale, ökologische und faire Erzeugung von Produkten, auch und vor allem im Modebereich (aber nicht nur). Und der Mord bringt gleich das nächste brisante Thema mit sich: Die Tote war nämlich Bewohnerin eines Frauenhauses. Dazu kommt ein Ausflug in die französische Kolonialgeschichte und ihre heute immer noch spürbaren Folgen.

Zwischen all diesen Feldern bewegt sich Madame Beaumarie als eine Art Miss Marple – allerdings mit dem Unterschied, dass diese im Gegensatz zu ihr nie eine echte Kommissarin war – und ermittelt gemeinsam mit dem wegen Befangenheit vom Fall abgezogenen Postenkommandanten Lambert. Unterstützung erhalten sie von ihrem ebenfalls schon pensionierten ehemaligen Polizeichef, der – welch ein Zufall! – ebenfalls in der Gegen seinen Weihnachtsurlaub verbringt. Da kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Einziger Wermutstropfen: Statt der erhofften Spaziergänge entlang der idyllischen Lavendelfelder der Provence verbringt Florence die Weihnachtsfeiertage mit Nachforschungen im Frauenhaus. Eine schöne Bescherung.