Eine Geschichte und die Geschichte - das eine wie das andere erzählt Thomas Brezina in zwei neuen Büchern, die soeben erschienen sind. Und zwar, man kennt es schon von seiner Bibel aus dem Vorjahr, in Reimen. Beide haben eine gewisse Verbindung zur Bibel. Das eine ist nämlich die Weihnachtsgeschichte, die er ja teilweise schon in seiner Bibel in Reimen erzählt hat. Einige dieser Passagen sind nun eins zu eins in das neue Buch eingepflegt worden. Aber rundherum gibt es noch viel mehr.

Brezina hat nämlich nicht nur das Weihnachtsevangelium neu gereimt, sondern er holt viel weiter aus. Der Autor beginnt sein 63-seitiges Büchlein mit dem ersten Adventsonntag und erläutert zunächst einmal, wer den Adventkranz erfunden hat. Es folgt "der echte Nikolaus", der einst in Myra Seeleuten und armen Kindern geholfen hat, ehe der Engel Maria erscheint und Josef damit konfrontiert wird, dass sie ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist.

Thomas Brezina erzählt jetzt die Geschichte der Erde aus naturwissenschaftlicher Sicht. - © LukasBeck
Thomas Brezina erzählt jetzt die Geschichte der Erde aus naturwissenschaftlicher Sicht. - © LukasBeck

Das zutiefst menschliche Zweifeln und Hadern dieses Zimmermanns fängt Brezina sprachlich ebenso gekonnt ein wie sein Illustrator Pablo Tambuscio mit seinen Bildern. Wie schon bei der Bibel in Reimen bilden die beiden ein kongeniales Duo, das beides beherrscht: das dramatisch Dunkle und das fröhlich Helle. Denn natürlich steht bei Brezina vor allem eines im Mittelpunkt: Gottes unsagbar große Liebe, an der er alle seine Leserinnen und Leser teilhaben lassen möchte.

Der T-Rex darf bei der Erdgeschichte natürlich nicht fehlen. Illustration: Pablo Tambuscio 
- © Illustration: Pablo Tambuscio

Der T-Rex darf bei der Erdgeschichte natürlich nicht fehlen. Illustration: Pablo Tambuscio

- © Illustration: Pablo Tambuscio

Dinos, Römer und Raketen

Auch sein zweites neues Buch hat im weitesten Sinne mit seiner gereimten Bibel zu tun. Während er nämlich dort die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments in kindgerechte Worte gefasst hat, nähert er sich nun der Entstehung unserer Erde und ihrer Bewohner von der naturwissenschaftlichen Seite. Die Theologie hat hier nur im Sinne einer gegen Ende hin verstärkt spürbaren Moralpredigt Platz ("Statt also ständig zu jammern und klagen, es gäb zu viel Schlechtes, das zerstört unsre Erde, ist es unsere Pflicht, alles zu tun, dass sie ein sauberer und friedlicherer Ort für uns werde").

Ansonsten ist es eine knallharte Geschichtsstunde - natürlich in liebevolle Verse verpackt und mit klarem Fokus auf das, was Kinder am meisten fasziniert: Folgerichtig gibt es großformatige Bilder von Dinosauriern sowie eingehende Betrachtungen der alten Römer, Griechen und Wikinger (mit Blicken nach China und Südamerika), nicht verklärend, sondern um einen möglichst authentischen Blick bemüht. Kritisch setzt sich Brezina auch mit der Kolonisierung der Neuen Welt auseinander.

Erstaunlich kurz ist das letzte Kapitel, das sich der modernen Raumfahrt widmet. Den verhältnismäßig meisten Raum nimmt dafür der Anfang ein: die Entstehung unserer Erde und des Lebens darauf. Was eigentlich nur konsequent ist, rechnet Brezina doch am Anfang und am Ende seines Buches vor, was für einen winzig kleinen Furz wir Menschen in der Erdgeschichte darstellen. Er formuliert das natürlich liebevoller.