Bäume nehmen Kohlendioxid auf und geben uns Sauerstoff. Und ein bisschen Kohlendioxid braucht die Atmosphäre unserer Erde, um die Wärme rund um den Globus zu halten, weil wir sonst allesamt erfrieren würden. Wenn aber dieses System, das an ein Treibhaus erinnert, aus dem Gleichgewicht gerät, wird es zu warm - mit fatalen Folgen.

Warum liegt so viel Smog über dem Königreich Alez? 
- © Aus: Lucy Hawking: "Olivias rätselhafte Fälle - Die Sache mit dem Wetter" (cbj 2022)

Warum liegt so viel Smog über dem Königreich Alez?

- © Aus: Lucy Hawking: "Olivias rätselhafte Fälle - Die Sache mit dem Wetter" (cbj 2022)

Soweit, so simpel ist das, was Lucy Hawking in ihrem neuen Buch "Olivias rätselhafte Fälle - Die Sache mit dem Wetter" ihren jungen Lesern erklärt. Eigentlich ist es also gar nicht so schwierig, den Klimawandel und die Problematik der damit einhergehenden Erderwärmung zu verstehen. Hawking nimmt dazu ein fiktives Königreich - ein mehr oder weniger sowohl politisch als auch geografisch in sich geschlossenes System - als Vehikel und spielt die Thematik im Kleinen durch. Heruntergebrochen auf die regionale Ebene zeigt sie, wie erhöhte Treibhausgasemissionen das Klima verändern, für Unwetter und generelles Wetterchaos sorgen, und nimmt dabei auch gleich die Umweltverschmutzung mit ihren Folgen von Nicht-mehr-Trinkwasser bis Smog mit.

Und wenn wir schon dabei sind, den Kindern zu erklären, was in der Welt der Erwachsenen so alles schiefläuft, kann man sich auch gleich mit Demokratie befassen, scheint sich die Autorin gedacht zu haben. Denn Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Prinzessin Olivia, deren Vater, König Tolemy XXXII., durch einen Putsch seiner Minister vom Thron gestoßen wird - und der neue Staatschef erweist sich als wesentlich absolutistischer und autoritärer als der Monarch, den er ersetzt hat. Olivia wird unterdessen ins kalte Wasser der "normalen" Welt außerhalb der geschützten Palastmauern geworfen und dort mit all den Problemen konfrontiert, die sich in der Miss- oder eigentlich eher Nicht-Regentschaft ihres Vaters verschärft haben. 

Und stellvertretend für Hawkings kleine Leser sucht nun Olivia mit ihren neuen Mitschülern Antworten auf die drängenden Fragen der Generation "Fridays For Future". Quasi zum Drüberstreuen gibt es dabei auch ein bisschen LBTQ (in Form eines Buben, der gerne Prinzessin wäre, und eines Mädchens mit zwei Müttern), was der Handlung weder schadet noch sie wesentlich vorantreibt. Aber wenn man schon eine weltoffene Jugend heranziehen will, dann gleich ordentlich, mag der Grundgedanke gewesen sein. Zwischendurch vertieft die Autorin das, was Olivia an Inormationen sich nach und nach aus der Mauer des erwachsenen Schweigens herauskratzt, in eingeschobenen kurzen Wissensaufsätzen, sodass ihre Leser am Ende tatsächlich um einiges schlauer sind als vorher. Ahja, spannend ist die Geschichte natürlich auch.

Bleibt die Frage: Wenn die Lösung des Problem so einfach scheint - warum lösen wir es dann nicht?